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REIFENBEGRIFFE DOWNLOAD ALS PDF

Auswuchten

Zur ordnungsgemäßen Montage von Reifen gehört auch das Auswuchten. EineUnwucht am Reifen von 10 g wirkt durch die Fliehkraft
im Fahrbetrieb bei 100 km/himmerhin wie 2,5 kg. Erstes Anzeichen für eine Unwucht ist zumeist ein Flattern desLenkrades bei höheren
Geschwindigkeiten. Man unterscheidet zwei Arten des Auswuchtens:

  • Stationäres Wuchten: Beim stationären Wuchten werden die Räder auf eineAuswuchtmaschine gespannt und in Rotation versetzt.
    Auf diese Art können ungleiche Masseverteilungen von Reifen und Felge festgestellt werden. Man spricht von einer statischen Unwucht,
    wenn das Rad eine schwere Seite hat. Zwei schwere Seiten, die sich an der Innen- und an der Außenseite des Rades befinden, werden
    als dynamische Unwucht bezeichnet. Diese Unwuchten werden individuell durch Gewichte ausgeglichen, die am Rad befestigt werden.
  • Elektronisches Feinwuchten am Fahrzeug: Auch wenn bereits stationär ausgewuchtet wurde, kann ein laufruhiges Rad nach der Montage
    auf das Fahrzeug erneut eine Unwucht aufweisen. Das liegt daran, dass das statische und dynamische Auswuchten nur am Rad stattfindet.
    Beim elektronischen Feinwuchten werden das Rad und die Radaufnahme als Einheit betrachtet. Fertigungstoleranzen der Fahrzeugnabe,
    Restunwuchten der Nabe und Unwuchten in der Bremstrommel bzw. Bremsscheibe werden dabei in den Auswuchtvorgang mit einbezogen.

Füllgas/Stickstoff

Normale Luft entweicht allmählich durch die Innenschicht des Reifens nach außen, es ist also durchaus normal, dass Reifen regelmäßig Luft
verlieren und der Luftdruck regelmäßig überprüft und korrigiert werden muss. Eine Alternative zu herkömmlichen Luftbefüllungen ist Stickstoff —
ein ungiftiges, nicht brennbares Gas mit dickeren Molekülen als Luft.
Die geringen Kosten, die für eine Befüllung der Reifen mit Stickstoff anfallen, amortisieren sich schnell.
Der Reifendruck bleibt länger stabil, häufige Kontrollen entfallen. Weitere Folgen sind geringerer Reifenverschleiß und höchste Kilometerleistung,
hohe Kurvensicherheit und optimale Bremswege.
Lässt auch mit einer Stickstofffüllung der Druck nach, können entweder das Reifengas oder auch normale Luft nachgefüllt werden.

Ganzjahresreifen

Im Pkw-Bereich werden neben den Sommer- und Winterreifen auch sogenannte Allwetter- oder Ganzjahresreifen angeboten. Namen wie
"Allweather" oder "All Season" deuten an, was auch ein spezielles Zeichen auf der Reifenflanke deutlich macht:
Schneeflocke, Blatt, Sonne und Regentropfen symbolisieren die unterschiedlichen Witterungsbedingungen, für die der Ganzjahresreifen
geeignet ist. Natürlich stellen diese Reifen einen Kompromiss dar, sie erreichen nicht das hohe Niveau an Fahreigenschaften bei Wärme
und Trockenheit bzw. Kälte und Schnee wie die jeweiligen Spezialisten. Besonders für Autofahrer, die im Flachland leben und ihr Auto bei
ganz extremen Witterungsverhältnissen auch einmal stehen lassen können, sind Ganzjahresreifen eine mögliche Alternative.

Geschwindigkeitsindex/Speed Index

Die Kennzeichnung auf der Flanke jedes Reifens enthält unter anderem auch einen Buchstaben, der Aufschluss gibt über die zulässige
Höchstgeschwindigkeit, für die dieser Reifen geeignet ist.
Beispiel: 195/65 R 15 H — das H steht für "bis 210 km/h".

Am häufigsten findet man im Pkw-Reifensegment die folgenden Buchstaben für den Speed-Index:

Q = 160 km/h R = 170 km/h
S = 180 km/h T = 190 km/h
H = 210 km/h V = 240 km/h
W = 270 km/h Y = 300 km/h
ZR = über 240 km/h

Welche Reifen für Ihr Fahrzeug zugelassen sind, steht im Fahrzeugschein.

Kennzeichnung/Reifenaufschriften

Die gesetzlichen Regelungen sind in § 36 StVZO sowie der "Richtlinie für eine einheitliche Reifenkennzeichnung" festgelegt.
Dort heißt es:
Reifen, gemeint sind Luftreifen für Fahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h,
müssen außer der Fabrik- oder Handelsmarke folgende Aufschriften tragen:

  • Reifennennbreite
  • Nennquerschnittsverhältnis
  • Reifenbauart
  • Felgennenndurchmesser
  • Tragfähigkeitskennzahl(en)
  • Symbol(e) der Geschwindigkeitskategorie
  • falls zutreffend: TUBELESS, M+S (M&S, M.S.), REINFORCED
  • Herstellungsdatum (dreistellig, die ersten zwei Ziffern geben die
  • Herstellungswoche, die dritte Ziffer das Herstellungsjahr an). Beispiel: 225/60 R 15 96 W
  • 225 Breite des Reifens in mm
  • 60 Verhältnis Höhe zu Breite des Reifens in Prozent
  • R Kennzeichnung der Bauart (radial)
  • 15 Felgendurchmesser in Zoll
  • 96 Kennzahl für die Tragfähigkeit des Reifens
  • W Kennzeichnung für die Geschwindigkeitsklasse (W = 270 km/h)

Die Fertigungswoche, das Fertigungsjahr und damit das Alter des Reifens ist aus der Beschriftung, die mit den Buchstaben "DOT" beginnt,
ersichtlich (DOT steht übrigensfür Department of Transport, d.h., dass damit die Erfüllung des USA-Gesetzes FMVSS 119 bestätigt wird).

Bis zum Herstellungsjahr 1999 steht hinter "DOT" und den zwei darauf folgendenvierstelligen Buchstabenkombinationen die dreistellige
DOT-Nummer. Die beiden ersten Ziffern geben dabei die Produktionswoche an, die letzte Ziffer das Produktionsjahr. 434 bedeutet also
z.B., dass der Reifen in der 43. Kalenderwoche 1994 hergestellt wurde. Zur Unterscheidung der Jahresangabe haben die meisten
Reifenhersteller für den Herstellungszeitraum 1990-1999 zusätzlich ein Dreieck hinter der DOT-Nummer angebracht.

Ab 2000 ist die DOT-Nummer vierstellig anzugeben, die beiden ersten Ziffern geben dabei wiederum die Produktionswoche an, die letzten
beiden Ziffern das Produktionsjahr. 0100 bedeutet dementsprechend z.B., dass der Reifen in der 1.Kalenderwoche 2000 hergestellt wurde.
Winter- und Ganzjahresreifen sind zusätzlich noch durch die Bezeichnung "M+S" gekennzeichnet.

Runderneuerte Reifen müssen entsprechend mit der Aufschrift "runderneuert", "retread" oder "retreaded" gekennzeichnet sein.
Das Erneuerungsdatum ist analog dem Herstellungsdatum anzugeben.
Darüber hinaus finden sich auf einigen Reifen weitere Kennzeichnungen, z.B. "rotation" — diese Reifen sind laufrichtungsgebunden
E-Nummer, z.B. E4. Dieses Zeichen ist ein Genehmigungszeichen. Reifen mit dieser Kennzeichnung erfüllen die europäischen Richtlinien,
die Zahl steht für das Land, in dem die Prüfung durchgeführt wurde, hier 4 = Niederlande. Seit dem 1. Oktober 1998 produzierte, müssen
diese E-Markierung aufweisen. Montierte Reifen, die eine entsprechende Kennzeichnung nicht besitzen, führen zum Erlöschen der Allgemeinen
Betriebserlaubnis des Fahrzeugs!
Welche Reifen für Ihr Fahrzeug zugelassen sind, steht im Fahrzeugschein.

Lagerung

Zumeist sind es im Sommer die Winterreifen und in den Wintermonaten die Sommerpneus, die bis zum Wiedereinsatz gelagert werden müssen.
Am einfachsten ist es für den Autofahrer, wenn er seine Reifen/Räder dem Reifenfachhandel überlässt. Gegen eine geringe Gebühr werden die
Reifen dort nicht nur ordnungsgemäß gelagert, sondern auch gereinigt und auf Beschädigungen geprüft.

Möchten Sie Ihre Reifen selbst einlagern, dann sollten Sie die folgenden Tipps beherzigen:

  • Vor dem Abnehmen der Reifen die Laufrichtung und die Position markieren:

       VR = vorne rechts
       VL = vorne links
       HR = hinten rechts
       HL = hinten links
  • Entfernen Sie eventuelle Splitreste aus den Profilrillen.
  • Wählen Sie einen trockenen, kühlen Lagerraum, der frei ist von Benzin, Öl, Fett oder Chemikalien.
  • Stapeln Sie Reifen auf Felgen liegend — am besten auf einer flachen Holzpalette. Reifen ohne Felgen sollten
    Sie senkrecht stellen und von Zeit zu Zeit drehen.

Luftdruck/Reifenfülldruck

Viele Reifenschäden und Unfälle werden durch einen falschen Reifenfülldruck ausgelöst. Doch der Luftdruck hat auch entscheidenden
Einfluss auf den Reifenverschleiß und den Kraftstoffverbrauch.

Gerade zu geringer Luftdruck an einem oder mehreren Rädern hat nicht unerhebliche ökonomische und ökologische Auswirkungen:

  • Ein Minderdruck von 0,2 bar führt zu einem Prozent mehr Spritverbrauch und einer 10 Prozent geringeren Reifenlebensdauer.
  • Bei 0,4 bar Minderdruck hat dies einen zwei Prozent höheren Spritverbrauch und eine 25 Prozent geringere Lebensdauer zur Folge.
  • 0,6 bar Minderdruck gar erhöht den Benzinverbrauch um vier Prozent und  reduziert gleichzeitig die Lebensdauer des Reifens um
    45 Prozent.

Nach Aussage US-amerikanischer Reifenhersteller werden wegen zu niedrigen Luftdrucks — 28 Prozent der US-Bürger fahren angeblich
mit Minderluftdruck — auf amerikanischen Straßen täglich 6,1 Millionen $ verschwendet.
Darüber hinaus ist zu geringer Luftdruck höchst gefährlich. Durch die verstärkte Walkarbeit des schlappen Reifens erhitzt er sich übermäßig
nd kann im Bereich der Karkasse (des Reifenunterbaus) bis zu 130 °C heiß werden, was im schlimmsten Fall zum Platzen des Reifens
führen kann.
Den vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Luftdruck finden Sie in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs und z.B. in der Tankklappe
oder am Türholm vermerkt. Der Luftdruck sollte bei jedem Tankstopp, mindestens aber alle vier Wochen überprüft werden. Die Prüfung muss
am kalten Reifen durchgeführt werden, da wärmere Reifen einen höheren Druck aufweisen. Deshalb nie aus einem warmen Reifen Luft ablassen!
Und vergessen Sie nicht den Reservereifen, denn im Notfall brauchen Sie ihn dringend und dann sollte er auch einsatzbereit sein!

Matchen 

Es gibt bei Rädern und Reifen sogenannte Rundlauftoleranzen. Treffen zwei Spitzen nun zufällig direkt aufeinander, dann kann "matchen"
helfen. Dazu wird zunächst die Luft aus dem Reifen abgelassen und der Reifen auf der Felge um jeweils eine Viertelumdrehung weitergezogen,
bis Seiten- oder Höhenschlag minimiert sind (Seitenschlag = Abweichung vom Rundlauf in horizontaler Richtung, Höhenschlag = Abweichung
in vertikaler Richtung).
In ganz extremen Fällen von Höhenschlag ist ein Harmonisieren nötig. Hierbei wird mit einer speziellen Maschine der Höhenschlag durch
Abfräsen von Laufflächengummi verringert oder ganz beseitigt. Produktionsfehler dieser Art kommen allerdings heutzutage kaum noch vor. 

Mischbereifung

Streng genommen ist nach dem Gesetzestext der Straßenverkehrszulassungs-Ordnung (StVZO, § 36) nur die Montage von Reifen
unterschiedlicher Bauart unzulässig, sprich: Radial- und Diagonalreifen dürfen nicht an einem Fahrzeug zum Einsatz kommen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff "Mischbereifung" aber auch verwendet, wenn man an die gleichzeitige Montage von
Sommer- und Winterreifen denkt oder an die Verwendung unterschiedlicher Profile, Reifengrößen, Fabrikate etc.
Gänzlich verboten ist hiervon die Montage unterschiedlicher Reifengrößen —
Ausnahme: Montage des Notrades im Pannenfall zur Fahrt in die Werkstatt. Eine weitere Ausnahme gibt es bei einigen Sportwagenmodellen,
hier ist aber ausdrücklich im Kfz-Schein vermerkt, dass vorne und hinten unterschiedlich große Reifen zu verwenden sind.

Auch wenn es nicht ausdrücklich verboten ist, empfehlen Reifenexperten und Fahrzeughersteller, ausschließlich Reifen gleichen Fabrikats
und gleicher Profilausführung zu verwenden. 

Besonders gravierende Änderungen im Fahrverhalten können auftreten, wenn gleichzeitig Sommer- und Winterreifen montiert werden.
Die jeweiligen Stärken diese Reifen sind für die besonderen Einsatzbedingungen ausgelegt. Je nach Fahrbahnzustand und Einsatz-
bedingungen kommt es bei gemischtem Einsatz dann vor, dass die eine Reifensorte noch sicher greift, während die andere ihr Limit an
Haftfähigkeit erreicht oder gar schon überschritten hat. Auf winterlich glatter Fahrbahn bricht die mit Sommerreifen bestückte Achse
zwangsläufig früher aus und blockiert beim Bremsen sofort.

M+S-Reifen

Die rechtzeitige Umrüstung von Sommer- auf Winterreifen sollte für jeden Autofahrer selbstverständlich sein.
Rechtzeitig heißt: Vor dem ersten Schnee!
Moderne Winterreifen sind nämlich so konzipiert, dass sie nicht nur problemlose Fahrten bei Reifglätte und Schnee ermöglichen,
sondern ihre besonderen Eigenschaften bereits bei Temperaturen ab 7° C zum Tragen kommen. Sommerreifen verlieren aufgrund
ihrer Gummimischung bei niedrigen Temperaturen an Grip und Haftung, längere Bremswege sind die Folge — auch auf trockenen
oder nassen Straßenbelägen. Die Bremswege auf Schnee sind mit Winterreifen bis zu 20 Prozent kürzer als mit Sommerreifen.
Bei Breitreifen setzt dieser Effekt sogar schon bei 10° C ein. Übrigens helfen da auch ABS, ESP oder TCS nicht, denn sie stellen
lediglich elektronische Helfer dar. Winterreifen ersetzen sie nicht. Wichtig ist allerdings, dass die Winterreifen über eine ausreichende
Profiltiefe verfügen. Liegt diese bei unter 4 mm, steigt die Aquaplaninggefahr deutlich an, die Traktions- und Bremskraftübertragung
nehmen deutlich ab, die Fahreigenschaften erreichen nur noch Sommerreifenniveau.

Autofahrer, die aufs Geld achten, sollten darüber hinaus bedenken, dass viele Versicherungen die vollständige Haftung im Schadenfall
bei falscher Saison-Bereifung ablehnen. Ein Unfall bei winterlichen Straßenverhältnissen bedeutet dann nicht nur Ärger, sondern kann
auch empfindlich ins Geld gehen!

  • Für die Montage der Winterreifen sind folgende Regeln wichtig:
  • Montieren Sie M+S-Reifen auf alle Räder und nicht nur auf eine Achse.
  • Nach jeder Montage müssen die Räder neu ausgewuchtet werden.

Ein Aufkleber, der im Blickfeld des Autofahrers im Fahrzeug angebracht sein muss, weist darauf hin, wenn die Höchstgeschwindigkeit
der Winterreifen unter der Höchstgeschwindigkeit des Autos liegt.

Den richtigen Luftdruck für Winterreifen finden Sie in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs.

Früher gab es Luftdruckzuschläge für
Winterreifen, man sprach von einer Druckerhöhung um 0,2 bis 0,3 bar gegenüber den größengleichen Sommerreifen.
Dies gilt heute nicht mehr! Bei den heutigen modernen, teilweise "schnellen" Winterreifen bis zu 240 km/h ist es erforderlich,
die volle Aufstandsfläche des Reifens zu nutzen. Dies um auch die wesentlich verbesserten Trocken- und Nassfahreigenschaften
der modernen Winterreifen auf die Straße zu übertragen.

Reifen, Rad-/Reifensysteme mit Notlaufeigenschaften und Luftdruck-Kontrollsyteme

Diese "Sicherheitswächter" rücken - nicht zuletzt durch die zunehmende Zahl an Fahrzeugtypen und -modellen, die serienmäßig
mit solchen Sicherheits-Features ausgestattet sind - mehr und mehr in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Während Luftdruck-Kontrollsysteme
bei Fahrzeugbetrieb permanent den Reifendruck überprüfen und bei Abweichungen vom eingespeicherten Sollwert Alarm geben, sollen
Reifen bzw. Rad-/Reifensysteme mit Notlaufeigenschaften maximale Sicherheit im Fall einer Reifenpanne garantieren und zudem das
Mitführen eines Reserverades entbehrlich machen. Bis zu 200 km können die pannensicheren Reifen mit vorgeschriebener Maximal-
geschwindigkeit von 80 km/h bis zur nächsten Werkstatt rollen. Kein Reifenwechsel am Pannenort mehr, mehr Platz im Kofferraum,
geringere Benzinkosten infolge Gewichtsersparnis - so die Argumente pro Notlauf-System.
Kehrseite der modernen Technik: Hoch komplizierte Elektronik zeichnet diese neuen Sicherheitswächter aus, so dass für Pflege und
Wartung unbedingt der Weg zum Spezialisten gemacht werden muss.

Der BRV informiert seine Mitglieder regelmäßig über den aktuellen Stand der Marktentwicklung bei diesen Systemen und sorgt
mit schriftlichen Dokumentationen sowie Montage-Fortbildungsangeboten dafür, dass das erforderliche Spezialwissen in seinen
Mitgliedsunternehmen stets auf der Höhe der Zeit ist.

Profil

Die Sicherheit, besonders bei Nässe, Matsch und Schnee, hängt vom Profil des Reifens ab, insbesondere von der Profiltiefe.
Pkw-Neureifen verfügen über ca. 9 mm Profiltiefe. Gesetzlich vorgeschrieben (§ 36 Straßenverkehrszulassung-Ordnung) ist
eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm.

Ob diese Minimalgröße erreicht ist, kann man an einem Abnutzungsindikator (Stege in den Profilrillen) ablesen. Wo diese Stege
sich befinden, ist mit dem Kürzel "TWI" (Tread Ware Indikator) oder z.B. bei Michelin-Reifen mit dem Michelin-Männchen gekenn-
zeichnet. Sind diese Stege deutlich sichtbar und auf einer Höhe mit dem Restprofil, ist das Mindestmaß von 1,6 mm erreicht.

Autofahrern, deren Reifen diese Profiltiefe nicht mehr aufweisen, drohen bei einer Polizeikontrolle ein Bußgeld von 50,- €
(dem Fahrzeughalter gar 75,- €) sowie jeweils drei Punkte ins Flensburg. Zu den genannten Bußgeldern kommt noch eine
Bearbeitungs- und Zustellgebühr von wenigstens 25 €. 

Doch darauf sollten es Autofahrer nicht ankommen lassen. Experten empfehlen:

  • Austausch von Pkw-Sommerreifen bei einer Restprofiltiefe von 2 mm
  • Breitreifen sollten 3 mm nicht unterschreiten
  • Winterreifen verlieren ihre Wirkung bereits bei einem Restprofil von 4mm

Ein Autofahrer, der seine Reifen bis zur zugelassenen Verschleißgrenze abfährt, handelt zwar nicht gesetzeswidrig, riskiert
aber seinen Versicherungsschutz. In einem solchen Fall, so befand das Landgericht Itzehoe, gilt ein Unfall auf regennasser
Fahrbahn als "grob fahrlässig herbeigeführt".

Radmuttern/Anzugsdrehmoment

Nicht immer gilt für das Anziehen von Schrauben "möglichst fest = möglichst sicher".
Werden Radschrauben und -muttern zu fest oder ungleichmäßig angezogen, kann eszu Verformungen am Radträger,
an der Bremsscheibe und an der Felge kommen. Richtig angezogen werden Schrauben oder Muttern über Kreuz mit
einem Drehmomentschlüssel. Diesen erhält man mit werksseitig voreingestelltem Anzugsmoment im Kfz-Zubehörhandel.

Die Anzugsmomente für Leichtmetall- und Stahlfelgen sind aber nicht für alle Fahrzeuge gleich. Es empfiehlt sich eine
gründliche Lektüre der individuellen Bedienungsanleitungen. Weniger aufwendig und sicherer ist es, diese Aufgabe dem
Reifenfachmann zu überlassen.

Er übernimmt auch gerne das notwendige Nachziehen der Radmuttern nach einer gewissen Fahrstrecke — nach mindestens
20 km, maximal 200 km.

Regroovable

Ist auf einer Reifenflanke der Begriff "regroovable" einvulkanisiert, so bedeutet dies, dass der Reifen nachgeschnitten werden kann.
D.h. die Profilrillen können bis zum Profilgrund vertieft werden. Auf Pkw-Reifen wird man dieses Wort nicht entdecken können, denn
der Gebrauch nachgeschnittener Pkw- und Zweiradreifen ist gesetzlich untersagt.

Für Nutzfahrzeugreifen hingegen kann das professionelle Nachschneiden der Profilrillen eine deutliche Verlängerung des Reifenlebens
bedeuten. Die Reifenhersteller haben dies bei der Konstruktion der Reifen berücksichtigt, und das Nachschneiden der Profile durch den
Fachmann ist nur nach ihren Anweisungen zulässig.

Reifenkauf/Montage

Welche Reifen für Ihren Pkw zugelassen sind, steht im Fahrzeugschein. Kaufen undmontieren Sie nur Reifen, die im Fahrzeugschein
für ihr Kfz zugelassen sind, sonst erlischt die Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug.

Grundsätzlich gilt: Der Austausch von Reifen sollte mindestens achsweise erfolgen. An einer Achse sollten keine Reifen verschiedener
Hersteller, mit unterschiedlichen Profilen oder unterschiedlicher Profiltiefe verwendet werden, denn das könnte die Fahr- und Brems-
eigenschaften des Fahrzeugs beeinträchtigen.

Reinforced

Pkw-Reifen mit dieser Bezeichnung sind verstärkt, d.h. sie sind Produkte für Kombis oder Vans mit höherer Tragfähigkeit als normale Reifen.
Gleiches gilt für die Aufschrift "XL — Extra Load" (auch bei V-Winterreifen). Welche Reifen für Ihr Fahrzeug zugelassen sind, steht im Fahrzeugschein.

Reifenschäden/Reparatur

Moderne Reifen sind zwar sehr belastbar, aber natürlich nicht gegen im Gebrauchzugefügte Beschädigungen gefeit. Die Zahl der Autounfälle,
die ursächlich auf technische Schäden und Wartungsmängel an der Bereifung zurückzuführen sind, ist noch immer hoch. Im Jahr 1999 starben
37 Personen und 2.405 wurden verletzt, weil Reifenschäden zu einem "schwerwiegenden Unfall" mit einem Kraftfahrzeug geführt hatten.

Die Ursachen der häufigsten Defekte:

  • zu geringer Reifenfülldruck
  • Beschädigungen durch das Überfahren z.B. von Bordsteinkanten
  • Beschädigungen durch Fremdkörper
  • Beschädigungen durch Hochdruckreiniger
  • Beschädigungen durch Öl und Kraftstoff

Viele Beschädigungen sind mit bloßem Auge auch für den Laien zu erkennen. Machen Sie sich deshalb die Mühe und sehen Sie sich Ihre
Reifen von Zeit zu Zeit genau an. Auch der Reifenfachhandel bietet kostengünstig Reifenchecks an! Verdächtige Zeichen sind Schnitte, Risse,
Beulen oder herausgebrochene Profilstücke. Natürlich auch eingedrungene Fremdkörper wie z.B. Nägel. Sehr häufig stellt man unregelmäßige
Abnutzungen der Laufflächen fest. Die Ursachen hierfür liegen meist beim Fahrwerk oder bei der Lenkung. Aber auch die Bremsen oder eine
Unwucht des Rades können eine solche Erscheinung auslösen. Stellen Sie irgendwelche Beschädigungen oder Besonderheiten an Ihren
 Reifen fest, sollten Sie schnellstmöglich einen Reifenfachbetrieb aufsuchen.
Bei einigen Reifenschäden ist eine Reparatur möglich und spart somit Geld und Ressourcen. Doch es lässt sich nicht pauschal sagen, welche
Verletzungen reparabel sind, ohne Abstriche bei der Sicherheit des Fahrzeugs machen zu müssen. Häufig ist aber ein Austausch des defekten
Reifens unumgänglich. Letztendlich beurteilen kann dies aber nur der Fachmann!

Retreadable

Auf vielen Pkw- und Lkw-Reifen liest man das Wort "retreadable". Aus dem Englischen übersetzt bedeutet dies "runderneuerbar". Sind die Reifen
abgefahren, der Reifenunterbau (Karkasse) aber unversehrt, so können derart gekennzeichnete Reifen runderneuert werden.

Runderneuerung

Ca. 50 Prozent aller montierten Reifen auf Nutzfahrzeugen sind runderneuert, bei Pkw ist der Anteil bedeutend kleiner: Bei Sommerreifen wird der
Anteil auf ca. 5 Prozent, bei Winterreifen immerhin auf 15 bis 20 Prozent geschätzt.

Zwei Gründe für den Einsatz von Runderneuerten sind sicherlich hervorzuheben:

  • Der Preis
    Im Vergleich zu Markenneureifen sind Runderneuerte, je nachdem welche Dimension eingesetzt wird, zwischen 30 und 45
    Prozent preiswerter.
  • Der Beitrag zum Umweltschutz
    Bei der Reifenerneuerung wird ein großer Teil des abgefahrenen Reifens wiederverwendet, da ja lediglich der Laufstreifen erneuert
     wird. Damit wird die Karkasse mit der Runderneuerung einem zweiten Leben zugeführt und muss für weitere Jahre nicht verbrannt
    oder anderweitig vernichtet werden. Das schont natürlich auch die Umwelt — weniger Altreifen müssen entsorgt werden, und bei der
    Runderneuerung werden Ressourcen gespart — 70 Prozent werden im Runderneuerungsprozess im Gegensatz zur Neureifenproduktion
    eingespart.

Gerade beim Einsatz von runderneuerten Lkw-Reifen dürfte der Kostenaspekt die Hauptrolle spielen, denn diese Reifen kosten nur circa die
Hälfte des Neureifenpreises. Bei Pkw-Reifen spielt dieses Argument seit einigen Jahren nicht mehr die Hauptrolle, denn in großer Zahl sind
Neureifen, vor allem aus Fernost, zu äußerst niedrigen Preisen auf dem Markt. Diese werden von vielen gekauft, ohne auf die tatsächliche
Qualität zu achten.

Dabei brauchen sich qualitätserneuerte Reifen, insbesondere der Marken Rigdon, Securo, Condor und Ökon, nicht hinter den Neureifen zu
verstecken. Sie stammen aus den Betrieben, die sich in der Arbeitsgemeinschaft industrieller Runderneuerung (AIR) im Bundesverband
Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) organisiert haben, um gemeinsam höhere Standards der Qualitätssicherung im
Runderneuerungsprozess zu setzen. Ihre Qualität und Sicherheit ist meist besser als die von billigen Import-Reifen und auch dem Vergleich
zu Markenreifen halten sie Stand. Dennoch haftet ihnen das Vorurteil mangelnder Laufleistung und Sicherheit an.
Ein Blick hinter die Kulissen soll hier Aufklärung bringen:

  • 1. Bevor eine Karkasse, also ein abgefahrener Reifen, zur Runderneuerung zugelassen wird, muss die Eingangsprüfung überstanden
        werden — hier werden die bereits vorsortierten Altreifen nochmals optisch geprüft. Reifen, die äußere Beschädigungen aufweisen,
        werden aussortiert. Nur 30 Prozent aller anfallenden Altreifen passieren die Eingangskontrolle.
  • 2. Computergesteuerte Raumaschinen entfernen den alten Laufstreifengummi millimetergenau vom Reifenunterbau, der dabei natürlich
        nicht beschädigt werden darf.
  • 3. Kleinste Unregelmäßigkeiten im Unterbau der Karkasse, die nach dem  Abrauen sichtbar werden, führen zum unwiderruflichen "Aus".
  • 4. Schablonengesteuerte Beleg-Extruder bringen die Rohgummimischung auf, die in der Zusammensetzung der von Neureifen entspricht.
  • 5. Die Reifenrohlinge werden nochmals vermessen und der jeweils richtigen Heizpresse zugeführt. Unter Druck (ca. 15 bar) und bei einer
        Temperatur vonca. 160° C bekommt der Reifen sein neues Profil.
  • 6. Bevor der Reifen die Produktion verlässt, wird er ein fünftes und letztes Mal  geprüft. Nur wenn alles hundertprozentig stimmt, kommt der
        Reifen in den Verkauf.

Qualitätserneuerte Reifen, die Sie übrigens an einem TÜV Signet auf der Reifenflanke  erkennen können, werden übrigens den gleichen Tests
unterzogen, die auch Neureifen erfüllen müssen — dazu gehören Schnelllauftests, Langlauftests und Tests, bei denen der Reifen bis an seine
Belastungsgrenze strapaziert wird. Darüber hinaus ist ihre Produktion durch EU-Richtlinien reglementiert.

Tragfähigkeit/Load-Index

Die zulässige maximale Tragfähigkeit eines Reifens ist verschlüsselt an der Reifenkennzeichnung abzulesen.

Beispiel: 195/65 R 15 91 H "91" steht für 615 kg

Reifenfülldruck, Tragfähigkeits- und Speedindex stehen immer in direkter Beziehung.

Die Tragfähigkeit eines Reifens steigt mit dem Fülldruck und/oder einer reduzierten Geschwindigkeit.

Die Dachlasten des Pkws und Stützlasten des Anhängers sind dringend zu beachten.
Extrem gefährlich für Reifen ist das Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Kriterien:

  • Überschreiten der zulässigen Traglast
  • zu geringer Luftdruck
  • hohe Geschwindigkeit
  • hohe Außentemperaturen

Es ist daher wichtig, das Fahrzeug nicht zu überladen. Bei Urlaubsfahrten mit voller
Beladung sollte der Luftdruck auf den angegeben Höchstwert eingestellt werden (siehe Betriebsanleitung).
Welche Reifen für Ihr Fahrzeug zugelassen sind, steht im Fahrzeugschein.

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